Als roten Faden auf dem Weg zu einer nachhaltigen regionalen und klimaschonenden Energieversorgung wurde 2010 durch den Kreistag die Erstellung eines integrierten Klimaschutzkonzeptes für den Landkreis Roth beschlossen. Zur Umsetzung der für 2020 und 2030 gesteckten Ziele wurde ein umfassender Maßnahmenkatalog für jede Kommune und den Landkreis mit Hilfe der beteiligten Akteure erarbeitet. 

Doch wie haben sich die Energiedaten im Landkreis Roth entwickelt? Sind die im Klimaschutzkonzept von 2013 gesteckten Ziele für 2020 erreicht worden? Um dies umfassend beantworten zu können, hat der Landkreis Roth eine Fortschreibung des Klimaschutzkonzeptes in Form eines digitalen Energienutzungsplans in Auftrag gegeben.

Der Schwerpunkt des Energienutzungsplanes liegt darauf, aus dem aktuellen Ist-Zustand  die Strategie für die zukünftige Energieversorgung weiterzuentwickeln. Folgeprojekte in den Bereichen Energieeinsparung, Energieeffizienz und im Ausbau erneuerbarer Energien werden konkretisiert, der Maßnahmenkatalog von 2013 in den Kommunen weiterentwickelt.

Start Kommunales Klimaschutznetzwerk 

Um den fachlichen Austausch zwischen den Kommunen des Landkreises Roth zu konkreten Klimaschutzprojekten zu fördern, haben sich nun alle 16 Gemeinden aus dem Landkreis Roth zu einem „kommunalen Klimaschutznetzwerk“ zusammengeschlossen.

Die offizielle Netzwerkgründung fand am Mittwoch, den 2. September 2020 im Sitzungssaal des Landratsamtes Roth statt.

Im  Juli 2020 wurde der offizielle Zuwendungsbescheid vom PtJ (Projektträger Jülich) für dieses Netzwerk mit einer Förderquote von 60% und einer Fördersumme von über 500.000€ ausgestellt. Netzwerkträger ist das Institut für Energietechnik an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden (IfE), begleitet wird dieses von der Klimaschutzstelle des Landkreises Roth sowie der ENA-Roth (unabhängige EnergieBeratungsAgentur des Landkreises Roth).

Herr Prof. Dr. Markus Brautsch vom IfE Amberg machte die Teilnehmer mit dem Ablauf der 3jährigen Netzwerkphase vertraut. Dabei sind jährlich 4 moderierte Netzwerktreffen vorgesehen, in denen ein fachlicher Erfahrungsaustausch mit den anderen Netzwerkteilnehmern stattfindet. Ziel ist dabei, voneinander zu lernen und sich über die realisierten Projekte gegenseitig auszutauschen und bestenfalls die Erfahrungen aus einer Kommune in die anderen Kommunen zu übertragen. Das jeweilige fachliche Thema wird von den Netzwerkteilnehmern stets gemeinsam festgelegt und immer mit einer passenden Besichtigung vor Ort verbunden. So wird beim nächsten Netzwerktreffen im Dezember die Energieeffizienz von Kläranlagen sowie die Klärschlammverwertung im Fokus stehen mit Besichtigung des Klärgasblockheizkraftwerkes an der Kläranlage Roth.  

Neben dem fachlichen Austausch bietet das Klimaschutznetzwerk darüber hinaus je nach Bedarf eine kommunenspezifische, individuelle energietechnische Beratung zu relevanten Energiethemen aller Art (Gebäudesanierung, Straßenbeleuchtung, Nahwärmenetze, usw.). Ideen für konkrete Projektuntersuchung müssen dabei noch nicht zum Start des Netzwerks festgelegt werden, sondern können sich innerhalb der 3jährigen Laufzeit aus den Netzwerktreffen sowie aus den Ergebnissen des digitalen Energienutzungsplans heraus entwickeln.

Hauptziel des neu gegründeten kommunalen Klimaschutznetzwerks im Landkreis Roth ist, durch den Erfahrungsaustausch sowie die kontinuierliche Begleitung und Umsetzung von Klimaschutz-Maßnahmen die CO2-Emissionen im Landkreis zu reduzieren und damit den gesteckten Klimaschutzzielen des Landkreises und der 16 Gemeinden Stück für Stück näher zu kommen.